Ausstellung
»Can we talk?«

Mit der Frage »Can we talk« sollen Arten und Weisen des Miteinander-Kommunizierens künstlerisch untersucht werden. Weniger ein: Wir müssen reden, eher ein: Wie können wir reden? Wo und wie treffen wir uns? Wie können wir Verbindungen neu konfigurieren in einer Zeit, die andere Wege der Kommunikation und des Miteinanders von uns fordert und uns gleichzeitig überfordert mit ihren verschiedenen Formen des rasanten Informationsaustauschs? Über was können und müssen wir sprechen? Und wie verifizieren? Wie können wir als Künstler*innen auf politische und soziale Diskurse reagieren, wie unsere Beiträge (systemrelevant) leisten? Und was tun, wenn all das einfach nicht ausreicht?

Wir verstehen Kommunikation als einen lebendigen Dialog zwischen Reiz und Reaktion, ein kontinuierliches Konstrukt aus Ursache und Wirkung, Inhalt und Beziehung. Die Ausstellung soll fragmentarische und fluide Zusammenhänge herstellen, alles ist mit allem in Verbindung; kollektive Arten des Seins und Werdens.

Die historischen Gemäuer des Wolfangshofs sollen dafür zunächst mit einer Ausstellungsarchitektur bebaut werden, die die Räume, Wege und Sichtachsen temporär verändert und die Besucher*innen dazu einlädt, den Ort anders zu erfahren als bekannt. Die Kunst verbindet die Architektur und ergänzt in regem Austausch den Ort, kein Bereich dominiert den Anderen. Dazu sollen künstlerische Positionen eingeladen werden, die visuelle, ästhetische und konzeptionelle Dialoge miteinander eingehen und die Unmöglichkeit des Nicht-Kommunizierens betonen.

*Auszug aus Recherchearbeit von Jana Auburger

Bildhauer und Architekt

Dominik Schoell

Als Bildhauer und Architekt erforsche ich die Beziehung zwischen Mensch und Raum. In diesem Spannungsfeld stehen meine skulpturalen Arbeiten als Vermittler und Katalysatoren neuer Raumwahrnehmungen. Die Erkenntnisse aus Mathematik, Aerodynamik, Hydrodynamik und Technik sind der Code der ihnen zu Grunde liegt. Die betonierten, dynamischen „Fragmente des Fliegens“ stehen für den Traum der Menschen den Raum zu durchfliegen.

Video, Installation, Performance

René Radomsky

In seiner künstlerischen Praxis setzt sich René Radomsky interdisziplinär mit Fragen der Identität, des Körpers und der verschiedenen Gefühlszustände auseinander. Ausgangspunkt der Arbeiten sind meist gesammelte Notizen, Gesprächsaufzeichnungen sowie Erfahrungen und Träume Radomskys. Die gewonnenen Eindrücke werden niedergeschrieben, untersucht und anschließend als Fragmente in die Arbeiten verwoben. Verarbeitet werden hierbei sowohl persönliche (das eigene Ich betreffend), als auch kollektive (die Umwelt, die Gesellschaft betreffend) Eindrücke. Radomskys Werke dienen dabei allerdings nicht als Ausflucht, sondern sind vielmehr als Austragungszone eines Weltverhältnisses zu verstehen.

Malerei, Installation

Ganztägig

Max Hanisch

Alltägliches wird transformiert und zum Behälter und Inhalt neuer Narrative. Ästhetik der Prekarität fließt in Bildwelten und Objekte.

Malerei und Installation

Ganztägig

Odour Odessa

Die Reduktion der bildnerischen Mittel soll gerade noch ein Erkennen des Objekts ermöglichen, zugleich aber jedes einzelne bildnerische Element klar in seiner eigenständigen Wirkung betonen. Neben dem gekonnten Einsatz von grafischen Formen fordern die teils wandfüllenden Objekte von Odour Odessa, auch handwerkliches Können, der Künstler selbst oszilliert im Schaffensprozess stets zwischen Street Art, Grafik und Schreinerhandwerk.

Installation und Bildhauerei

Freitag, 10 Uhr

Valentina Plank

Valentina Planks Arbeit untersucht die Beziehung zwischen dem Wesen Mensch und seinen Einschränkungen in der modernen Gesellschaft. Dabei möchte sie eine Unmittelbarkeit zwischen ihrem Selbst und dem Gegenstand ihres künstlerischen Schaffens herbeiführen. Es geht um die Stärkung von Intuition, vielleicht sogar darum, sich ganz auf diese zu verlassen. Um ein Vertrauen in den Prozess selbst und die Intelligenz von Planks Händen. Was sie antreibt, ist das Additive: mit jedem neuen Handgriff einer Formulierung dem Objekt näher zu kommen. Ein flüchtiges Gefühl oder einen Eindruck zu manifestieren. Auf diese Weise nachzudenken und durch Auswahl von Material, Farbigkeit und Form eine ästhetische Sprache auszuformulieren, die unmissverständlich gelesen werden, aber trotzdem offen für jede individuelle Interpretation bleiben kann, ist Planks Ziel. Themen wie Macht, Unterdrückung, Norm, Abnorm, Körper, Gender, und die Beziehung zwischen einem Subjekt zu sich selbst sowie zu seiner Umgebung reizen sie dabei besonders.